Altleiningen-ein Dorf im Zeichen der Burg

Geschichte 

Das Ortswappen ist dem gräflichen Leiningen-Westerburg-Wappen entnommen .

 Wappen Altleiningen

Wie lang dieses Gemeindewappen besteht , kann nicht mehr mit Genauigkeit festgestellt werden.

Bekannt ist, dass bereits 1716 das

GROS GERICHTS INSIEGEL

von Altleiningen das beschriebene Wappen zeigt, welches dann am 29 . März 1842 genehmigt wurde.

Altleiningen blickt auf eine lange Geschichte zurück.


Anläßlich einer Schenkung von Waldbesitz des Emicho (Amicho) unter Karl dem Großen und Abt Helmerich wurde Leiningen (heute Altleiningen) am 30. Juni 780 unter dem Namen

Linunga marca (=Gemarkung Leiningen)

zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Somit durfte man bereits im Jahre 1980 mit großem Aufgebot die 1200-Jahrfeier begehen.

Dieser Emicho (Amicho) ist nicht näher bezeichnet, denn es war damals und Jahrhunderte nachher noch nicht üblich, dass der Adel Familiennamen führte.
Dieser Gebrauch kam erst im zwölten Jahrhundert auf.
Es wird allerdings angenommen, dass er dem uralten Geschlecht der Leininger angehörte, da er sich in der Lage befand einen großen Wald zu verschenken.
Man nimmt an dass er der erste geschichtlich bekannt gewordene Leininger ist.

Das Wort Leiningen hat seinen Ursprung vermutlich vom Leinbach (heute Eckbach).
Dieser erhielt seinen Namen vermutlich vom Leinbaum.
Dieser Begriff wurde seinerzeit sowohl für den Spitzahorn als auch für die Sommerlinde verwendet.
Da beide Baumarten an den Ufern des Eckbaches häufig vorkamen, nannte man den Eckbach zu dieser Zeit Leinbach.

Den Zusatz "Alt" erhielt Leiningen 1242 zur Unterscheidung von der kürzlich acht Kilometer östlich neuerbauten Burg Neuleinigen am Eingang des Eckbachtals. 

Bei der Hausteilung von 1317 fiel die Burg an die (ältere) Linie Leiningen-Dagsburg.
Deren letzter Sproß Hesso erlangte 1444 die Landgrafenwürde.
 

Nach seinem Tode nannten sich die neuen Herren "von Leiningen-Westerburg".

 Früher lebten die Einwohner u.a. vom Sandsteinabbau.
In der Nähe von Altleiningen wurden von dem Baugeschäft Holzmann u. Cie in Frankfurt/Main Steinbrüche angelegt, die den wertvollen grauen Sandstein lieferten.

Zur leichteren Abfuhr baute diese Firma eine eigene Straße zu diesen Brüchen.
Die Altleininger Steine fanden in ganz Deutschland bei dem Bau von privaten Häusern, Banken und Verwaltungsgebäuden ihre Verwendung.

Eine andere Art des Broterwerbes bot, wie auch in der Nachbargemeinde Carlsberg, der „ambulante Handel“.
Ganze Händlerscharen starteten von hier aus ihre Wanderschaft, um Kurzwaren und Textilien zu verkaufen.
Unter ihnen entwickelte sich sogar eine eigene Händlersprache, das sogenannte

Lotegorisch

Diese Sprache gab den Händlern die Möglichkeit sich untereinander zu unterhalten, ohne von Dritten verstanden zu werden.

Der südlich von Altleiningen gelegene „Zimmerberg“ zeigte einst eine von den Grafen zu Leiningen hergestellte parkähnliche Anlage mit Lusthäusern.
Tausendjährige Eichen reckten ihre Häupter hervor. Unter anderem stand hier ein Jagdschlösschen mit Sommerwohnung der „Neue Bau“ genannt, von dem nicht mehr zu sehen ist.
Er war von dem Grafen Georg II. erbaut und später mit einer Meierei versehen worden.
Die Gräfin Wilhelmine umgab ihn mit einer Mauer.
Zuletzt war er bis 1815 als Försterwohnung in Gebrauch und ging dann in Privathände über.
Bei der Erbauung der
Höninger Distriktsstraße wurden die letzten Überreste auf Abbruch versteigert.

Das bei der Burg Altleiningen in nordwestlicher Richtung vom Haupttal abzweigende
„Kupfertal“ mit seiner „Schmelze“, seiner „Kecken-Hütte“ erinnert an den früher hier betriebenen Bergbau und die aus ihm hervor gegangene Industrie.
Am gewinnbringendsten war der Kupferbergbau und zwar in den Jahre 1605-1624.
Unter Graf Ludwig wurden innerhalb 5 Jahren mehr als 3000 Zentner Kupfererz gewonnen, das bei der Scheidung einen hohen Kupfergehalt (40 Pfd. unter 1Ztr.) ergab und 6 ½ Lot Silber enthielt.

Die Brauneisensteinlager bei Altleiningen, Battenberg und Wattenheim veranlassten nebenbei auch die Ausbeute von Eisenerzen, die in den Eisenschmelzen zu Altleiningen und Wattenheim verhüttet wurden.
Kaiser Sigismund erteilte 1423 den Leininger Grafen die Erlaubnis zum Betriebe des Bergbaues, der nach dem dreißigjährigen Kriege eingestellt wurde.


Die ziemlich ergiebige Silberausbeute veranlassten die Grafen zu Leiningen um das Privileg der „Münzenprägung“ nachzusuchen, das auch 1611 vom Kaiser erteilt wurde.
1624 verlegten sie ihre Münzstätte, die nach dem 30-jährigen Kriege einging, nach Grünstadt.


Bei der Kupferschmelze befand sich auch der Kupferbrunnen, dessen Kupfergehalt zu der Entdeckung der Kupferlager führte.
Ebenso war bei Altleiningen der „Sauerbrunnen“, dessen Wasser bis vor etwa 400 Jahren zur Heilung von Ausschlägen, wie die Krätze usw. kurmäßig angewendet wurde.

In den letzten Jahren gewinnt der Fremdenverkehr zunehmend an Bedeutung.

Auch der größte Arbeitgeber des Landkreises Bad Dürkheim, die Firma Drahtzug Stein hat ihren Sitz in Altleiningen und bietet zahlreiche Arbeitsplätze.

 


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